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18. März 2020

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Stay at home and listen!

Die Zeit zu Hause könnt ihr auch nutzen, die eine oder andere Musikerin oder spannende Band zu entdecken. Wir helfen euch dabei und stellen euch in den nächsten Tagen einige Künstler*innen vor, die euch vielleicht gefallen werden.

TEIL 15: Lady Bitch Ray (https://www.youtube.com/watch?v=mpl4nw4Toy0, https://www.youtube.com/watch?v=UHGMqURnF3s)

Zwei Links in der Headline? Warum? Weil man Lady Bitch Ray nicht nur auf Musik reduzieren kann. Denn sie ist mehr als eine Rapperin. Ihr Anliegen ist es, mit ihren feministischen, sexuellen Themen ihrer Kunst, die tradierten, antiquierten Rollenmuster zu entlarven.

Dass Rap nicht nur mit Diskriminierung, Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus provozieren muss, beweist die deutsche Musikerin und Linguistin Reyhan Şahin, besser bekannt unter ihrem aka Lady Bitch Ray. Die Konzeptkünstler provoziert mit expliziten, sexualisierten Texten.

Mit ihren radikalen Lyrics hält sie der Gesellschaft, die Sexualität nur aus der männlichen Sicht gewohnt ist und so auch akzeptiert, einen Spiegel vor. In ihren Songs versucht Lady Bitch Ray diskriminierende  Phrasen und Ausdrücke zu reframen und ihnen eine neue Bedeutung zu geben.

Mit ihren Aktionen und Songs geht sie immer einen Schritt weiter als die Pop-Ikone Madonna. Lady Bitch Ray ist in ihrer Sprache radikaler und in ihrer Performance exzessiver. Sarah Ulrich charakterisiert die Künstlerin in ihrem Text in der Anthologie „These Girls“ so: „… ob man ihre Musik mag oder nicht, Lady Bitch ist zweifellos die Frau, die der prüden deutschen sexistischen Moral den wohl klügsten Mittelfinger in den Hintern steckt.“

TEIL 14: Esra Özmen (https://www.youtube.com/watch?v=tTxaR13wirE)

Esra Özmen, die gemeinsam mit ihrem Bruder Enes das Dou EsRAP bildet, ist aus der österreichischen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Mit ihren Texten artikuliert sie, was viele Kids der dritten Generation bewegt: Wo bin ich zu Hause? Was macht es mit mir, in einer Stadt wie Wien aufzuwachsen? Welche Sprache muss ich sprechen, damit ihr mich versteht? Sprache ist für sie ein wichtiges Instrument, für ihre Songs verwendet sie Deutsch und Türkisch.

Letztes Jahr beeindruckte sie das Publikum bei der Eröffnung der Wiener Festwochen mit ihrer neuen Interpretation des Arbeiterliedes „Die Arbeiter von Wien“, heuer hätte sie gemeinsam mit dem Bassisten von Naked Lunch, Herwig Zamernik, das Programm für das Pop-Fest-Wien gestaltet. Das kann wegen Corona leider nicht wie geplant stattfinden, aber die beiden arbeiten bereits an einer Lösung.

Im Programm des Pop-Fest 2018 schreibt sie über sich: „Ich bin nicht nur die Esra, ich bin ein Teil der Gesellschaft. Ich trage ihre Diskriminierungen, das System des Rassismus undsoweiter undsofort, deswegen seh ich in meiner Arbeit auch die Verantwortung, das mit meiner Gesellschaft zu teilen. Es gibt unbequeme Wahrheiten, die wir nicht hören wollen, und Rap schafft hier ein Gehör, wo er sagt: ‘Jetzt. Ich ruf aus dem Keller, und die ganze Welt hört zu.’ Unbequeme Wahrheiten, Baby.“

Am 22. Mai erscheint der neue Song von EsRAP mit dem Titel „Yalla Habibi“.

TEIL 13: Alicia Edelweiss (https://www.youtube.com/watch?v=v7IiP8Rz_3g)

Dass Wien erstaunliche Musikerinnen und Musiker beheimatet, ist seit dem Popfest kein Geheimnis mehr. Eine davon ist Alicia Edelweiss, die im Oktober 2019 ihr neues Album im Wiener Rabenhof-Theater präsentierte.

Für „When I´m enlightened, everything will be better” lud sich die Multiinstrumentalistin (Akkordeon, Ukulele, Gitarre, Klavier) unter anderem den Chellisten Lukas Lauermann und den Violinisten Matthias Frey ein. In ihren Songs wechselt sie zwischen fröhlich und beschwingt, wenn sie von ihrem Zusammenleben mit Kakerlaken singt („The Cockroaches and me“), und traurig melancholisch. Ein wenig erinnert sie dabei an Regina Spector.

Trotz der sensiblen Fragilität ihrer Stimme gelingt es Alicia Edelweiss ihre Hörer*innen zu fesseln. Immer wieder schlüpft sie in neue Rollen und nimmt ihr Publikum auf eine Reise durch ihre Phantasie mit.

„Mit ihr und ihren Liedern auf diese Reisen zu gehen, ist eines der lohnendsten Abenteuer, das die heimische Musik derzeit zu bieten hat!“ schreibt Rainer Krispel über die Sängerin.

TEIL 12: Von Wegen Lisbeth (https://www.youtube.com/watch?v=qJZ5uIG8txI)

Die Band Von Wegen Lisbeth, die 2006 gegründet wurde, startete vor drei Jahren im Fahrwasser von AnnenMayKantereit, die sie zwei Mal auf ihrer Tour begleiten durfte, durch. Im Oktober 2019 spielte sie drei ausverkaufte Konzerte in der Wiener Arena.

Wer keine der begehrten Karten ergattern konnte, kann sich seit kurzem mit ihrem neuen Album sweetlilly93@hotmail.com trösten.

Erinnert der Opener „Wieso“ mit seiner dominierenden Casio-Orgel noch sehr an die Neue Deutsche Welle der achtziger Jahre, so pflegen sie in den anderen Songs eher einem anspruchsvollen Indie-Pop, den sie immer wieder mit ungewöhnlichen Instrumenten wie zum Beispiel einem Kinderglockenspiel anreichern.

In den Texten behandeln sie Alltagsthemen, die aber manchmal ins Skurrile und Böse abdriften. Mein Lieblingssong auf dem Album: „Staub und Schutt“

Einen Besuch lohnt die Homepage www.vonwegenlisbeth.de, auf der sie in einem Blog ihre Fans an ihrem Tourleben, das jetzt in Folge der Corona-Einschränkungen zum Stillstand gekommen ist, teilhaben lassen. Dort kann man die Band von ihren Auftritten bei den großen Festivals im letzten jahr bis zu der Tournee mit AnnenMayKantereit2014 begleiten.

TEIL 11: Anna Mabo (https://www.youtube.com/watch?v=FwXy1UTaqHs)

Anna Mabo schreibt Lieder, die kleine Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Das klingt auf dem ersten Blick nicht sehr spektakulär. Spektakulär ist, wie sie das tut. Sparsam instrumentiert, meist nur mit ihrer Gitarre und Mundharmonika schafft sie mit ihren Texten, die sie auf Hochdeutsch mit wienerischen Versatzstücken schreibt, kleine Kunstwerke.

Egal ob sie über den Hund ihrer Oma, ihren Freund, auf den sie sicher nicht eifersüchtig ist, weil sie doch der Ferrari aus dem Gemeindebau ist oder ihre Beziehung zu ihrem Vater singt, Anna Mabo gelingt es, sensible Songs zu schreiben, die, bevor sie in Depression oder Peinlichkeit versinken, in Richtung bitteren Humor und wunderbaren Wortwitz abzubiegen.

Auch sich selbst nimmt Mabo bei ihren ironischen Betrachtungen der Welt aus. So macht sie sich zum Beispiel darüber Gedanken, ob sie auch eine wirkliche Künstlerin sein kann, obwohl sie wirklich in prekären Verhältnissen aufgewachsen ist.

Das Album „Die Oma hat die Susi so geliebt“ ist eines, das bereits beim ersten anhören ins Ohr geht. Es aber eines jener seltenen Glücksfälle, dass auch beim zehnten Mal nicht langweilig wird, weil man immer wieder neue Facetten darin erkennt.

TEIL 10: Yasmo & die Klangkantine  (https://www.youtube.com/watch?v=O8uShZuJ3PM&feature=emb_title)

Begonnen hat die Karriere von Yasmin Hafedh, besser bekannt unter ihrem aka Yasmo, eigentlich als Schriftstellerin, besser gesagt als Poetry-Slammerin. Über den Rhythmus der Sprache ist sie dann zur Musik und zum Rap gekommen. Seit 2015 tritt sie in Begleitung einer Jazz-Kombo unter dem Namen Yasmo und die Klangkantine in Erscheinung.

Letzten Herbst hat sie ihr neues Album „Prekariat & Karat“ veröffentlicht. In ihren Texten bezieht Yasmo Stellung gegen jegliche Form der Diskriminierung, gegen Sexismus, Rassismus und Homophobie. Formal durchbricht sie Grenze zwischen Literatur und Musik. Ist es noch Poetry-Slam was sie macht, oder ist es schon Rap? Oder ist es nicht egal, Hauptsache es gefällt?

Letztes Jahr kuratierte sie gemeinsam mir Mira Lu Kovacs das Popfest Wien.

TEIL 9: Musik aus Wien auf WIENXTRA (https://www.wienxtra.at/soundbase/infos-von-a-z/stayathome-musik-aus-wien/)

Seit Mitte März die Bühnen und Clubs geschlossen wurden, ist das Angebot an Live-Musik überschaubar. Zumindest im öffentlichen Raum. Virtuell im www wuchs das Angebot sprunghaft an. Viele Künstler*innen veröffentlichen auf Facebook, youtube und Co. unterschiedlicher Beiträge vom langen Konzert bis zum kurzen Song.

Die Mitarbeiter*innen von wienXtra haben sich die Mühe gemacht und sammeln unter dem Hashtag #stayathome: musik aus wien Eventankündigungen und Links zum Thema. Die Stilrichtungen sind weit gestreut und reichen von Opernaufführungen über FM4-Sessions bis hin zu Angebote, bei denen man selbst aktiv werden kann.

Der Kalender wird regelmäßig aktualisiert und reicht im Moment schon bis Mitte Juni. Welchen Event hast du besucht und wie hat er dir gefallen? Schick uns eine PM.

TEIL 8: Ebow (https://www.youtube.com/channel/UCgl3okz3VUPlIG2Swgn3FJA)

Ebow ist Münchnerin, hat kurdische Wurzeln und lebt und arbeitet zu Zeit in Wien. Und wie M.I.A., die sie mit ihrer Musik ermutigt hat, schreibt Ebow explizit politische Texte, die sich gegen Rassismus, Nationalismus, Sexismus und Homophobie wenden.

Waren ihre Tracks zu Beginn noch von orientalischen Beats beeinflusst, näherte sie sich mit ihrem letzten, 2019 erschienenen, Album K4L mehr dem amerikanischen Hip-Hop an. Dabei sieht sie sich aber nicht aufgrund ihrer politischen Texte als Gegensatz zum Gangsterrap, sondern als eine Ergänzung dazu.

Ein Interview, in dem sie über ihre Musik, ihre Community und ihre Identität spricht, findet ihr unter https://taz.de/Rapperin-Ebow-ueber-Identitaet/!5621512

TEIL 7: Kreiml und Samurai (https://www.youtube.com/watch?v=A-nK-UZj1tc)

Rap und Hip-Hop geht nur auf Englisch oder in Hochdeutsch? In jedem Song müssen mindestens drei Mütter beleidigt, fünf Frauen erniedrigt und drei Kilo Koks geschnupft werden? Wenn Du das glaubst, dann solltest du einmal bei Kreiml und Samurai vorbeischauen.

In ihrem Hit von 2018 erklärten die beiden noch, was das Wesen des Wieners ist. Und Wien bleiben sie auch auf ihrem neuen Album „Auf olle 4re“ treu. Nicht thematisch (mit dem Titel Ganz Wien), bleiben Kreiml und Samurai ihrer Heimatstadt treu, auch ihre Texte sind in der Sprache der autochthonen Wiener verfasst.

Ihr versteht ein paar Wörter nicht? Schreibt uns, wir erklären sie euch!

TEIL 6: Mavi Phoenix (https://www.youtube.com/watch?v=MolYRQ6gJrU)

2019 war für Mavi Phoenix ein sehr forderndes Jahr. Nach dem Erfolg des Songs „Yellow“ wurde Mavi als heißeste Aktie im österreichischen Musikgeschäft gehandelt. Mit Spannung wurde das neue Album erwartet. Gegen Ende des Jahres ging er dann mit seinem Coming-Out als Transgender an die Öffentlichkeit.

Das heute erschienene Album „Boys Toys“ steht ganz im Zeichen dieser Transformation. In zwölf sehr persönlichen Songs erzählt Phoenix über sein Outing, wie seine Umwelt damit umgegangen ist und was das alles mit ihm gemacht hat.

Um bei diesem sehr persönlichen Thema ein wenig Distanz zu gewinnen, schafft erschafft er auf dem Album ein junges Alter Ego namens Boys Toys. Diese Figur kommentiert die Songs mit hochgepitchter Stimme.

Unser Anspieltipp: das sehr private und sehr zerbrechliche „Bullet in my heart“ und der Opener „Boys Toys“.

TEIL 5: Beastie Boys (https://www.youtube.com/watch?v=eBShN8qT4lk)

„You gotta fight for right to party!” Dieser Slogan kommt wohl jetzt ein paar Wochen zu früh. Heute solltet ihr lieber zu Hause bleiben und euch auf youtube diesen Song anhören. Er stammt von den Beastie Boys, eine der ersten weißen Hip-Hop-Crew.

Bekannt wurden die Beastie Boys mit ihrem Album „Licensed to Ill“, 1986 von Rick Rubin produziert wurde. Das Album war ein Meilenstein der Rap-Musik, weil es durch den Einsatz von E-Gitarren als Vorläufer von Crossover-Bands wie zum Beispiel den Ref Hot Chilli Peppers gilt.

TEIL 4: M.I.A. (https://www.youtube.com/watch?v=2oDK6_T-rk8&list=PLZqsyBiYZFQ1atmr7Z3zwuXKEQXydy08G)

Mathangi „Maya“ Arulpragasam hat tamilische Wurzeln, kam mit zehn Jahren nach London, studierte nach ihrem Schulabschluss Kunst und Film und startete unter ihrem Pseudonym M.I.A. eine Karriere als Rapperin, Sängerin und Musikproduzentin.

In ihren Songs setzt sich M.I.A. unter anderem mit den Themen Rassismus, Unterdrückung, politische Gewalt und der Migrationsbewegung auseinander.

Wer mehr über die Künstlerin wissen will, sollte sich den Film Matangi/Maya/M.I.A. ansehen, der ihre bewegte Karriere nachzeichnet.

TEIL3: Sukini (https://www.youtube.com/watch?v=8g1Loh6FBBw)

Hip-Hop ist nichts für kleine Mädchen? Rap würdest du nicht deinem kleinen Bruder vorspielen? Dann kennt ihr Sukini nicht!

Sukini hieß nicht immer so. Geboren wurde sie unter dem Namen Nora Hantzsch, später wurde sie unter dem Namen Soukee als Rapperin bekannt. Schon damals setzte sie sich gegen Rassismus und Homophobie ein und beschäftigt sich in ihren Texten mit dem seltsamen Männlichkeitsbild, das in der deutschen Rapszene vorherrscht.

Als Sukini versucht sie ihre Botschaft auch in die Kinderzimmer zu bringen. Dazu setzt sie auf coole Beats und bekannt Figuren (Prinzessin Peach).

TEIL2: Cora E (https://www.youtube.com/watch?v=Bw12Y32vAPc&list=PL6E78A121052DC867)

Und wieder eine Pionierin des deutschen Hip-Hop. Die Rapperin Cora E war eine der ersten Frauen, sie sich in diesem von Männern dominierten Genre durchsetzte. Musikalisch wurde sie durch einen zweijährigen Aufenthalt in New York um 1990 beeinflusst.

Bekannt wurde sie mit dem Song Könnt ihr mich hör´n, den sie 1993 gemeinsam mit Marius No. 1 veröffentlichte.

Cora E. ist eines der wenigen weiblichen Mitglieder der Zulu-Nation, der auch der österreichische DJ DSL angehört.

TEIL1: Advanced Chemestry (https://www.youtube.com/watch?v=hU5j_RqUjas)

Advanced Chemistry zählen zu den Pionieren des deutsch Hip-Hop und brachten 1992 mit „Fremd im eigenen Land“ eines der ersten Rap-Alben in deutscher Sprache heraus.

#ichbleibzaus #songsfortoday #Heldin 

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